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Otto Dempwolff (1871-1938), Sprachwissenschaftler
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Otto_Dempwolff_1938_350x477.jpgOtto Heinrich Louis August Dempwolff wurde am 25. Mai 1871 als erstes von zwei Kindern in Pillau/Ost­preußen geboren. Die Eltern stammen aus Hannover und Hildesheim. Sein Vater Georg Dempwolff war Wasserbaukondukteur, später königlicher Baurat in Pillau und Memel.

Otto Dempwolff machte 1888 sein Abitur am Luisen-Gymnasium in Memel. Anschließend studierte er Medizin an ver­schiedenen Universitäten (Königsberg, Marburg, Leipzig, Berlin und Tübingen). Er promovierte 1892 in Berlin und machte ein Jahr später in Tübingen sein Staats­examen.

Seine Militärzeit absolvierte er in München, die letzten Monate als Unterarzt in Tilsit und in Hamburg. Er bewarb sich als Tropenarzt bei der NGC (Neuguinea Compagnie), wurde aber wegen seines jungen Alters nicht eingestellt. Man riet ihm zu zwei Reisen als Schiffsarzt nach Südameri­ka. Nach seiner Rückkehr erhielt er endlich den lang ersehnten Vertrag für Deutsch-Neuguinea. Er war dort von 1895 bis 1897 in Friedrich Wilhelmshafen (heute Madang). Im Anschluss machte er erneut zwei Reisen als Schiffsarzt nach Südameri­ka.

Von 1898 bis 1911 war er als Stabsarzt/Oberstabsarzt in der kai­serlichen Schutztruppe in den Deutschen Kolonien Südwest- und Ostafrika - unterbrochen von einem zweijährigen Expeditions­auftrag (Malaria-Forschung) von Robert Koch in Deutsch-Neuguinea (1901-1903). Dort untersuchte er auch das Aussterben einiger Völker auf der vor­gelagerten Inselwelt.

Aus gesund­heitlichen Gründen - viele Male erkrankte er an Malaria - musste er 1911 seinen Abschied von der Schutztruppe nehmen. Bereits in Friedrich Wilhelmshafen beschäftigte er sich mit den melanesischen Sprachen und später in Südwestafrika mit der Namasprache und in Ostafrika mit der Sandawe, deren Volk er auch ethnographisch beschrieb.

Auf Heimaturlaub war er einige Monate als Arzt im Kolonialamt in Berlin beschäftigt. Dort lernte er bei einer ärztlichen Untersuchung Carl Meinhof kennen, der Beginn einer lebenslangen Freundschaft. So folgte er 1911 dessen Bitte als freier Dozent am damaligen Kolonialinstitut in Hamburg zu arbeiten.

Ende 1913 fuhr Otto Dempwolff als Privatmann auf eigene Rechnung für weitere Sprach­forschungen ein drittes Mal nach Neuguinea. Dort wurde er vom ersten Weltkrieg überrascht, in Australien interniert und dann nach Deutschland ausgewiesen. Den Rest des Krieges verbrachte er als Militärarzt in Saarbrücken und Schlesien.

Ab 1919 war er im Seminar für afrikanische und Südseesprachen der Hamburgischen Universität unter Professor Meinhof tätig. Er arbeitete an der Namasprache (Afrika), aber hauptsächlich befasste er sich mit den melanesischen und austronesischen Sprachen. 1920 schrieb er seine Habilitationsschrift über indonesische Lippenlaute.

Zu seinem 60. Geburtstag erhielt er von der Universität Kiel den Ehrendoktor Dr. phil. und wurde Leiter vom neugegründeten Seminar für indonesische und Südseesprachen in Hamburg (heute Asien-Afrika-Institut). Er gilt auch heute noch als einer der besten Kenner des Uraustronesischen. Sein dreibändiges Werk über die Lautlehre des Austronesischen wird noch immer benutzt und in andere Sprachen übersetzt. Ebenso seine Grammatik der Jabem-Sprache.

Im Jahre 1938 starb er.